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Ich befürworte die Atomforschung,
aber ich lehne die industrielle Anwendung ab,
solange sie weder technologisch noch politisch beherrscht ist.

Lasse sich niemand blenden von dem Geschwafel, wenn es wieder mal zu einem Reaktor-Unfall kommt, dass es "menschliches Versagen" gewesen sei, denn wenn Menschen mit solcher Technik versagen, dann versagte zuvor die Politik, dass sie solche Technik überhaupt erlaubte.

Lasse sich niemand blenden vom "DIALOG" der Atomwirtschaft, solange ihnen kein einziges Argument gegen diese Risikotechnologie gelten darf, weil damit ihr Geschäftskonzept platzen würde.

Lasse sich niemand blenden, wenn vom Atomstrom als "billigem Strom" die Rede ist, denn der Atomstrom wäre der "teuerste Strom", wenn die Atomwirtschaft die "Entsorgungskosten" (z.B. Asse)  auf die Kundenpreise umlegen müsste und nicht dem Staat aufhalsen dürfte.

Und wenn es so weit gekommen sein sollte, dass der Energiebedarf in der Bundesrepublik Deutschland trotz aller demokratischer Widerstände nicht mehr ohne Atomkraft gedeckt sein sollte, dann ist das exakt die Folge davon, dass in Atomkraftwerke statt in regenerative Energieproduktion investiert wurde. Und dann sind nicht nur die Politiker in den Aufsichtsräten der Energiekonzerne durch Eigeninteressen korrumpiert, sondern das gesamte Land korrumpiert: Durch die systematisch herbei geführte Abhängigkeit.

Es ist höchste Zeit, das zu ändern.

Markus Rabanus             26.04.1986 = Tschernobyl-Jahrestag

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