|
Hallo M.Z.,
Deine rhetorische Entgegnung auf die Weiß-Götterei des weißen Rassismus halte ich für legitim, weil sich weiße Rassisten zu fragen haben, was schon mit geringsten Geschichtskenntnissen als Wissen vorausgesetzt werden kann:
Die Sklaverei, der Betrug um Land, kulturelle Identität, Plünderei Reichtümer und heute der natürlichen Ressourcen. Da schadeten tatsächlich weit mehr "die Weißen" als "die Schwarzen".
Wer also pauschalieren wollte, welcher Hautfarbe das Prädikat das Schlechten zukommt, müsste gegen die Weißen sprechen. Nur werden eben Verbrechen von Rassisten nicht als Verbrechen erkannt. Stattdessen ist ihnen das Verbrechen ein Recht des Stärkeren.
Ähnlich, wenngleich mit anderem Bezug machen es auch Nationalisten - und nur wenn nationalistisches Denken politisch, militärisch scheitert, wird geklagt, dass Unrecht obsiegt habe, dann gilt auch plötzlich das Recht des Stärkeren nicht mehr, sondern Recht reduziert sich allein auf das, was den eigenen Standpunkt als Feindschaft gegen die Welt unterstützt und alles andere sei "Verrat".
Deshalb halte ich Rassismus, Nationalismus, Chauvinismus qualitativ gleichauf mit dem Egoismus, deren gemeinsame Qualität der politisch-ideologische Subjektivismus ist (= verschieden zum philosophischen Subjektivismus, der auch dialektisch ambivalent sein kann).
Mit "Subjektivismus" wiederum ist dennoch nicht alles erklärt, weil die Vorstellungswelten entgegen ihrer Annahme so unabhängig von den umgebenden Welten nicht sind. Die Welten hier mal im Plural, um damit anzudeuten, dass es sowohl um konkurrierende Weltanschauungen und um miteinander oft kaum noch vergleichbare Lebensverhältnisse geht, in denen die einen verfetten, während andere verhungern - fast wie real "verschiedene Welten" in doch nur einer und gemeinsamen Welt und daher auch in gemeinsamer Verantwortung, der sich der Subjektivist zu entziehen versucht.
Grüße von Sven
|