Sozialdarwinismus  mehr im Forum
 

Hallo MZ,

an diesem Problem scheitere ich seit Jahren und bekomme keine griffige Lösung hin:

"Miteinander statt Gegeneinander"  -  nichts ist schöner als die vollkommene Harmonie, wie sie in der Liebesbeziehung (zuweilen) erlebbar ist. 

Aber ich erlebe oft, wie spannend, anregend und befriedigend gerade auch der Wettbewerb und das Gegeneinander sind, besonders in Lebensphasen, in denen das Emanzipationsbedürfnis verstärkt auftritt und die Emanzipation typisches Durchgangsstadium vom Kindleben zum Erwachsenendasein ist.

Ich halte den Konflikt, also das Gegeneinander für ein Naturgesetz, dem sich auch der Mensch nicht restlos entziehen kann, aber immerhin versuchen kann, damit "menschengesetzlich" umzugehen.
 
Die NS-Ideologie versucht stattdessen aus einzelnen Naturgesetze Menschheitsgesetze zu schustern und glaubt sich damit auf der Schiene des sogenannten "Sozialdarwinismus". 
 
Übersehen wird, dass vielen Naturgesetzen die Gegentendenz typisch ist und gleiche Wertigkeit hat: Konflikt und Harmonie bis hin zu Tod und Leben, negative/positive/neutrale Teilchen, Teilchenteilchen, Leere usw.
Übersehen wird, dass möglicherweise darüber hinaus Naturgesetze in Permanentkonkurrenz erscheinen/wahrgenommen werden können oder auch in Parallelität und das alles noch in möglicherweise komplexer Wechselwirkung.
All dieses will die primitive NS-Ideologie ignorieren, wenn sie letztlich Rücksichtslosigkeiten aus ihnen Naturgesetzen zu rechtfertigen versucht: Sozialdarwinismus als Selbstrechtfertigung = Not als Tugend, Hinterhalt, Überfall, Raub und Mord als Heldentat usw.

Chauvinistischer Sozialdarwinismus steht für das tiefe Missverständnis der Natur, insbesondere der Natur des Menschen, dessen Sozialität über die "Brutpflege" eben deutlich hinaus geht, dessen soziale Moral genau da kenntlich wird, wo das Schwache gestützt, gefördert wird und nicht ausgenutzt, ausgemerzt, was "zurecht" als unmoralisch gilt, so oft es auch anzutreffen ist.

Grüße von Sven
  

fehlendes Foto: Tiger auf Jagd
als Menschenbild von Chauvinisten
fehlendes Foto: Tiger in Harmonie
als Menschenbild von Gutmenschen

Es gibt zwischen diesen Bildern keine  "Goldene Mitte",
 sondern nur die Entscheidung = Moral, Gesetz, Vertrag.
Die Möglichkeiten auszuloten
kann u.a. durch Dialog versucht werden.

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